500 Words 11: Technorant

Auf die Gefahr hin mich hier ein wenig zu wiederholen, weil einige Punkte in vorigen Postings schonmal angeschnitten wurden, aber was ich mir schon lange mal von der Seele schreiben wollte: Techno was ist los mit dir? Ich weiß ja nun nicht, ob ich alleine damit stehe oder ob meine Digging Qualitäten nachgelassen haben, aber bei meinen täglichen Streifzügen durch den Neuheitendschungel macht sich seit geraumer Zeit eine gewisse Langeweile breit, die ich nicht zum ersten Mal erlebe. Ein Trend momentan scheint ja zu sein sich 10 Jahre zurück zu erinnern, an das Jahr 2016, ich würde nochmal 20 Jahre weiter zurückgehen und zwar ins Jahr 1996, da hatte ich bei Techno eine ähnliche Müdigkeit festgestellt, indem ich ihn mit dem verglich was nebenan auf dem Drum Bass Acker so passierte. Nun verhält es sich zwar ähnlich aber nicht gleich, während damals Techno dogmatisch an der heiligen Roland Analogdreifaltigkeit festhielt und Samples böse waren, machte man nebenan mit Samples und zerhackten Breakbeats ganz neue, vorher ungehörte Räume auf. Wenn ich mich heute durch die Neuheiten durchhangele bleiben die Überraschungen auf ähnliche Weise aus und gewowed will man ja schon werden, das macht die Sache ja schließlich auch aus. Stattdessen kommt aber erstmal streberhafte Formaterfüllung auf allen Gebieten, sei es das einer mit seinem musikalischen Erguss offenbar lediglich zeigen will das er ein Modularsystem sein Eigen nennt, denn außer dem sehr ernsthaften Gefiepe und Klingeling passiert da sonst recht wenig was einen Release rechtfertigen würde oder sei es die ewig gleichen Splice Samples, die schon vor Jahren im Original von einem T78 oder ASYS zu Tode geritten wurden, ordentlich arrangiert zu einem vermeindlichen Ravesmasher zusammen zu rühren. Und anscheinend ist das auch so gewollt, wenn ich mir den Wust an täglich gleichem so durchhöre und deren Followerzahlen mit denen vergleiche die wirklich versuchen den Spirit hochzuhalten und innovativ zu sein. Von den ganzen HardTechno oder Melodic Techno Epigonen fang ich erst gar nicht an, da braucht man gar nicht erst reinzuhören, jedesmal eine eklige Enttäuschung die einen schaudern lässt.
Ist ja nicht so, das nun alles Schrott wäre, erfreuliche Ausnahmen dieses Jahr bislang z.B. das Rebelskin Label oder gerade erst die die neue EP von Specific Objects, um nur mal zwei Beispiele zu nennen die mir auf Anhieb einfallen, aber kann sich der Rest mal bitte mehr Mühe geben? Ist mir sowieso unverständlich warum man heute, bei diesen Verkaufzahlen versucht auch noch MeToo Produkte an den Mann/Frau zu bringen, anstatt seine eigene Individualität auszuformen. Techno’s Untertitel hieß ja mal „Forcing The Future“ und nicht „Pleasing The Masses“ oder „Flood The Zone With Shit“.

23 thoughts on “500 Words 11: Technorant”

  1. Deinen Gedankengang kann ich gut nachvollziehen. Dieses Gefühl von Ermüdung im Neuheiten-Dschungel kenne ich ebenfalls. Man scrollt sich durch Releases, technisch alles korrekt, druckvoll produziert, sauber gemastert – und dennoch bleibt dieses „Wow“ aus. Vielleicht liegt das weniger an nachlassender Digging-Qualität, sondern eher an einer strukturellen Verdichtung des Marktes. Die Veröffentlichungsfrequenz ist heute exponentiell höher als noch vor zehn oder zwanzig Jahren, während echte ästhetische Brüche seltener geworden sind.

    Der Vergleich mit 1996 ist interessant. Damals wirkte Drum & Bass wie ein Labor, während Techno sich stark an seinen Maschinenmythen festhielt. Heute scheint es weniger Dogmatismus zu sein als vielmehr Algorithmus-Konformität. Viele Produktionen funktionieren – sie erfüllen Parameter. Peak-Time-tauglich, DJ-freundlich, Streaming-kompatibel. Aber Funktion ist nicht automatisch Vision.

    Gleichzeitig frage ich mich, ob wir nicht auch einer gewissen Nostalgiefalle unterliegen. Die radikalen Momente früherer Jahre waren oft auch deshalb radikal, weil wir sie im jeweiligen Kontext erlebt haben. Innovation fühlt sich im Rückblick klarer an als im Jetzt. Vielleicht verschiebt sich Innovation heute stärker ins Detail: in Sounddesign-Nuancen, Produktionsästhetik oder Hybrid-Formen zwischen Genres, die weniger offensichtlich „revolutionär“ wirken.

    Was ich allerdings teile, ist die Kritik an reiner Formaterfüllung. Wenn Modular-Systeme nur noch Selbstzweck sind oder bekannte Sample-Formeln neu arrangiert werden, entsteht zwar Output, aber keine Haltung. Und Techno war immer dann relevant, wenn er Haltung hatte – nicht, wenn er gefallen wollte.

    Dennoch sehe ich auch Gegenbewegungen. Kleinere Labels, DIY-Strukturen, experimentelle Randzonen – dort passiert weiterhin Interessantes. Vielleicht ist es heute weniger eine dominante Strömung als vielmehr eine Fragmentierung in viele kleine Szenen. Man muss tiefer graben als früher.

    Am Ende bleibt für mich die Frage: Erwarten wir vom Genre permanente Disruption? Oder reicht es, wenn es sich in Wellen erneuert? „Forcing The Future“ kann auch bedeuten, subtil neue Räume zu öffnen, statt lautstark alte zu verwerfen.

    Ganz tot ist der Spirit sicher nicht – er ist nur schwerer zu finden.

    1. Natürlich hat das auch mit der Releaseflut zu tun, aber in 40 Jahren Diggen hat man schon so ein paar eindeutige Merkmale verinnerlicht, auf das man das überflüssigste schon auf den ersten Blick erkennt (KI Cover, überbunte Cover, Cover mit Protagonisten drauf, Kitsch…). Das tanzbarer Techno diverse Parameter erfüllen muß ist immanent, das war schon vor den Algos so, aber mir fehlt da oft der Witz, die Originalität, wie man damit umgeht.
      Ich denke auch nicht das ich da einer Nostalgiefalle unterliege, der ich mich in anderen Situationen sogar gerne ergebe, aber diese Innovation im Detail Sache stimmt zwar schon, aber das allein kann’s ja nicht sein, das wäre lediglich eine Restauration des schon Dagewesenen und Hybridformen würde ich ja feiern, wenn sie denn. neue Perspektiven aufzeigen anstatt nur die plakativsten Effektemaximieren, obwohl mich auch das gut gemacht erfreuen kann, ich liebe ja die Edges und Fringes der Genres, weil da noch am ehesten was passiert. Mir geht es auch gar nicht um das revolutionär Neue, das wäre nach 40 Jahren Existenz in etwa so als wollte man das Auto neu erfinden, könnte klappen, sehe ich aber nicht so sehr kommen gerade.
      Kleine Szenen und Labels mit neuem Anspruch sehe ich natürlich auch, aber auch da ist der Innovationsfaktor m.E. gerade eher gering, bzw. orientiert man sich auch dort zumeist daran, bereits bekanntes mit den neuen Möglichkeiten weiter auszudefinieren. Was mir fehlt sind eigentlich Stimmen, die das Heute in ausdrücken, so wie das Techno in seinen besten Zeiten nunmal getan hat

      1. KI cover sind auch bei vinyl der absolute hass gerade. ich hab irgendwie gerade bei dem punkt of td as gefuehl, dass sich jeder denkt ‚geil, ich mach jetzt mal was ganz abgefahrenes‘ und im endeffekt sieht dann doch alles gleich aus. irgendwie pseudofloral insektoid mit merkwuerdigen blob shapes. guckste einmal hin, haste vergessen, nimmste die naechste, sieht auch so aus. noch nicht mal mehr ein optischer hinweis darauf, was sich dahinter verbergen koennte. voellik undefinierte aesthetik.

        ich kann mich da noch an zeiten erinnern, in denen mensch an der visuellen ausfuehrung von covern zumindest grob erahnen konnte, wo die reise hingeht. zumindest mit einer gewissen erfahrung.

  2. Hey Tanith,

    genauso verhält es sich mit meinen Beobachtungen im Breakbeat Bereich, mit ganz wenigen Ausnahmen. Bei Drum & Bass bin ich jetzt nicht so der Kenner. Witzigerweise hab ich Jungle wieder für mich endeckt und privat wollt ich mal was Hip-Hopiges mit Freunden machen. Ob es am Alter liegt, streite ich mal ab ☝️😂. Die Kombi hat es mir gerade angetan. Der Einzige, der mich mit Breaks jedesmal umhaut, ist mein Bro Drawat 🔊🔥🔊🔥! Beste Grüße aus Neukölln
    Nexs

    1. Jungle und Drum & Bass sind immer noch mein Ausgleich, da passiert jetzt auch nichts neu bahnbrechendes, aber die Qualität ist nach wie vor hoch. Bei Breakbeats geb ich dir recht, da ist seit dem Absturz Anfang der Nuller Jahre wirklich nichts mehr passiert, was einen hinter’m Ofen hervorholen könnte und die Sachen der NuSkool Phase sind auch meist extrem schlecht gealtert

      1. Bei der Qualität stimme ich dir voll zu. Vielleicht ist das auch der Grund, warum meine große Tochter und Ihre Freunde nix mit neum Kram anfangen können. Die hören lieber alten Sound. Ob Techno, D&B oder alte David Bowie Songs😂☝️.

      2. bei nuskoolbreaks wuerde ich widersprechen wollen – klar, die klingen nach ‚der zeit‘, weil das eine relativ kurze phase war und als reines durchgehendes set sehe ich das auch nicht mehr. aber so als kurzen ausflug in einem technoiden set kann das immer noch ganz gut gehen.

        wobei ich da interessanterweise durch den dayjob im vinylvertrieb bedingt auch wieder sachen aufploppen sehe ab und an, die tatsaechlich auch wieder an den vibe ankoppeln mit leicht veraenderten mitteln. da koechelt was, auch schon laenger, auch wenn die frage, ob das irgendwann wirklich aufkocht natuerlich eine berechtigte bleibt.

  3. Also ich finde die Produktionen von Charlotte de Witte, Lilly Palmer und Amelie Lens seeehr innovativ! .-)

    1996? Also meine Technosammlung geht eh nur bis 1995, alles nach 1993 klang eh viel zu clean, dünn und billig. Lag vielleicht auch an Quasimidi usw.

    Unabhängig von der modernen Technomusik ist mir das ganze Partygedöns drumherum aber auch zu langweilig: Männerüberschuss, schwarzer Einheitsklamottenstil, dominierende Bassdrums ohne jegliche Basslinesubstanz, …

    Ich geh Freitag mal wieder auf D&B weg, weil da weiß ich das die Leute nicht alle gleich schwarz angezogen sind, die Subbässe meinen Körper durchmassieren und 95% der Leute tanzen/schwitzen. Da ist STIMMUNG! Dagegen sehen Technopartys immer wie Schunkelfeten für Rentner aus.

    In den 90ern schmiss man als I-Tüpfelchen zur geilen Musik noch was ein, ich würde heute vermutlich selbst „druff“ den aktuellen Techno nichtmal geil finden.

    Wie auch immer: ich digge freitags immer in Spotify rum und schmeiße „zu harte“ Tracks auf eine extra Playlist, weil ich die der Holden und Tochter im Auto vermutlich nicht antun kann. @Tanith: ich miste die mal etwas aus und lasse dir ein ZIP zukommen. Vielleicht ist ja was dabei…

  4. Was eigentlich mit minimal muss die Sau nicht bald mal wieder durchs Dorf? So ne Nummer wie die buckleflip oder ein robag.

    1. als grossen trend sehe ich das auch nicht.
      aber: auch wieder aus physischer sicht gesprochen fand ich das schon waehrend der COVID-19 phase erstaunlich, dass leute ihre lockdown zeit scheinbar genutzt haben, um rueckwaerts zu diggen und genau so minimalkram wieder auszubuddeln und nachzubestellen. und auch jetzt postpandemisch ist in dem bereich zumindest bewegung festzustellen und langsam verschwinden auch restbestaende von platten aus vertriebsregalen, die da wirklich ueber jahre zum teil auch jahrzehnte staub angesetzt haben, weil keiner die mehr haben wollte und es zum teil die labels auch gar nicht mehr so wirklich gibt. also auch sachen, die halt in dem bereich schon damals keine hits waren. das ist zumindest bemerkenswert, in teilen auch erstaunlich und x oder verwunderlich. ohne jetzt konkret namen nennen zu wollen.

  5. Wie soll denn nach 36 Jahren noch wirklich überraschendes erscheinen oder sich neue Klangräume bilden? Es gab doch bereits alles in jeder Kombination. Gute Musik hat kein Verfallsdatum und es gibt doch genug um super feiern zu können. Müssen es denn immer neue Tracks sein? Du hast in den letzten zehn Jahren so viele krasse Tracks ausgegraben, aber die hört man dann in ein, zwei Sets von dir und dann sindse wieder weg. Das finde ich zum Beispiel echt schade. Ich würde mich sehr über ein Best-of der letzten 8 bis 10 Jahre freuen.

    1. Jesko, Bruder… wir waren dabei. Recht ich Du hast, auch… Internetzseidank habe ich viele Sets von Thomas auf Speeddial, hehe

    2. Jesko, Bruder… wir waren dabei. Recht Du hast, auch… Internetzseidank habe ich viele Sets von Thomas auf Speeddial, hehe

  6. Is so! Period! Leider werden/sind wir Oldies z.T. zu anders/familiär/in der Rente/nüchtern betrachtet/zu häßlich für SM/unwoke/mit früherwarallesbesser/gegen Zeitgeist/gelangweilt/Bossiwtf/analog oder/und mit Vinyl aufgewachsen…
    Komma,
    und eine Babybommerin wie Saskia aka Djax (Jhg. 1962, Ikone) nach zehn Minuten die Booth verläßt, weil die 1210er brummen (Weiberfastnacht im Warehouse).
    Hätte Yena Bossiwtf zahlen können, wäre das nicht passiert, denn CDJ brummen nich (ACHTUNG:IRONiE)

  7. gääääääääääähn

    ja techno ist tot

    marusha ist schuld

    „Was mir fehlt sind eigentlich Stimmen, die das Heute in ausdrücken, so wie das Techno in seinen besten Zeiten nunmal getan hat“

    sind doch alle schön aufpoliert und klingen genauso wie unsere verweichlichte, dekadente gesellschaft eben ist hahahahahahahhahahhaa

    man will ja die kinder auch nicht von der tanzfläche verschrecken mit underground resistance tracks

    einfach keine neuen tracks mehr suchen, nur noch altes zeug spielen und gut.

    oder ne 909 + ms20 besorgen und selber den techno machen den man hören wollen würde – aber dann nicht wundern, wenn ihn sonst keiner höre will loool

    oder mal mit alex spree zusammentun: https://www.youtube.com/@AlexanderSpree

    1. das klingt ja wie „Sag mir das Du seit mindestens 20 Jahren kein Techno mehr vefolgst, ohne zu sagen das du seit mindestens 20 Jahren kein Techno mehr verfolgst“ gewürzt mit Generationenbashing. Und zudem noch widersprüchlich, oder beschränkt sich Alexander Spree auf 909 und MS20?

      1. tanith entweder du lässt das genörgel und wechselst eben das genre oder hörst mit djing auf

        wenn du wirklich in bereich techno nichts mehr findest oder zuviel müll ist (jajaja früher war alles besser bla bla bla), dann ist es eben an der zeit adieu zu sagen

        oder du setzt dich eben mit dem spree mal zusammen und ihr macht genau das zeug was du (spielen) willst

        der pure techno an sich ist eben ein totes genre, auf all den raves und festivals heutzutage läuft anderes zeug

        und was gen z so produziert und aus den 90s klaut ist mir vollkommen wumpe, denn es ist für deren generation gemacht und nicht für uns alte säcke

        deal with it

    2. marusha ist schuld… ja. mit sicherheit. aber nicht daran, dass das techno tot ist 😀

      mal ganz unabhaengig davon, wie mensch jetzt zu dem ganzen poptechnozeug der 90er steht, an dem low spirit mit sicherheit seinen anteil hatte – ohne das genau diesen kram waere techno x rave und alles was damit zusammenhaengt meiner meinung hierzulande nicht so sehr durch die decke gegangen. nicht, weil das jetzt alles besonders gut und toll war, aber weil genau das, incl. radio airplay und mtviva rotation fuer viele leute, die nicht in den metropolen gewohnt haben, einfach der erste anschluss- und beruehrungspunkt richtung technokultur war. ich moechte nicht wissen, wie viele jetzt coole szene djs mit eher kleinstadthiintergrund ihren ersten vierviertelfix via ‚james brown is elvis‘ oder ’somewhere over das boot‘ bekommen haben, vielleicht sogar ueber eurodance und das heute in der form lieber verschweigen.

      insofern war das schon auch musikalische einstiegsdroge auch wenn manche dinge mit sicherheit nicht haetten sein muessen im rahmen der kommerziellen massenausschlachtung.

      1. @baze:

        Marusha war für uns Landeier damals eher eine Art „Gatekeeper“ gewesen.

        Meine Technogeschichte verlief etwa so:

        1989:
        Inner City, Technotronic, Depeche Mode

        1990:
        LFO, Cybersonik, Beltram, Quadrophonia

        1991:
        Altern 8, Bizarre Inc, Blake Baxter, Digital Boy, Moby, The Hypnotist, Westbam, DJ Seduction, Manix, SL2, The Prodigy

        1992:
        Force Mass Motion, Mainx, UR, Red Alert & Mike Slammer, Sonz Of Da Loop Da Loop Era, Euromasters, RTS, Sperminator,

        1993:
        Hardsequencer, Lenny Dee, Omni Trio, Aphrodite

        1994:
        The Prodigy, Ilsa Gold, Dead Dread, Goldie, M-Beat

        Wie man sieht, bin ich schrittweise über Hardcore zu Breaks und Jungle abgebogen.

        Bis 1997 war ich noch auf Technofeiern, allerdings gab’s damals zuviele Razzien bei uns. Ich war dann nur noch auf Bier in einem Houseclub unterwegs und French House war wie für mich gemacht. Dazu so Dancezeug von Viva Club Rotation.

        Mit dem trockenen ersten D&B-Releases konnte ich anfangs nichts anfangen, erst ab 2003 dann wieder dank High Contrast und Hospital Records generell.

        Dann machte Dubstep die D&B-Szene wieder paar Jahre „kaputt“, weil die beiden Stile meist gemischt am Abend liefen. Furchtbar!

        Dann kam irgendwann noch Electro House und dann glaub irgendwie so nichts mehr „Neues“.

        Seit Corona sammel ich wieder neue „uplifting“ Dancetracks, die (fast) so wie die aus den 90ern klingen (Korg M1 Organ/Piano). Dazu Neurofunk und Liquid. Versuche wieder regelmäßig auf D&B wegzugehen.

        Techno bleibt natürlich im Herzen, aber bei D&B schlägt’s mittlerweile höher 😉 Insbesondere Neurofunk bietet geile technoide Klänge, die ich eben auf Technoseite vermisse. Produktionsqualität extrem hoch, auch klingen nicht alle gleich. Und: es gehört einfach auch ein gewisses Verständnis dazu, damit D&B so klingt wie es klingen „muss“.

        Bei Techno knall ich eine Kick 4/4 hin und bissel Geraschel und schon ist das „Techno“ und vermutlich schreien die Leute dazu im Club, aber das ist mir irgendwie zu primitiv (inbesondere eben im Vergleich zum 90er Techno: laut, hart, schnell, verrückt, direkt).

        Hat aber natürlich alles mit dem Alter zun tun und was einen in seiner Jugend so geprägt hat. Das wird immer als Vergleich herangezogen. Mein Vater hörte Rolling Stones und hatte eine eigene Band. Für den ist heutiges Gitarrenzeug auch nur neumodischer Müll 😉

        1. ja – kann ich so in etwa unterschreiben, mit kleinen abweichungen hier und da. depeche mode – violator / snap! – world power waren 1990 die ersten selbstgekauften vinylscheiben. mit 12. acidhouse / new beat / agreppo hatte ich schon vorher dank eines tapes von einem aelteren cousin fuer mich entdeckt und fand das super, aber dem alter geschuldet fehlte da natuerlich einfach der hintergrund. feiern gehen folgte mit 14/15, irgendwann zeitnah die ersten eigenen decks und seit ende 1997 mische ich halt auf die ein oder andere weise als aktiver mit. auflegen, radio, veranstalter, schreiberei, eigenes label, produktionen, im hintergrund fuer labels und artists arbeiten, job im plattenladen, dayjob im vinylvertrieb – alles in der ein oder anderen form durch und noch mehr. das eine mal mehr wichtig als das andere, aber im endeffekt immer in und um das musikding herum gelebt und gearbeitet.

          meine heisse dnb phase liegt schon eine ganze weile zurueck und mit dem modernen neurofunk kann ich irgendwie wenig anfangen. technisch natuerlich total hochgezuechtet und das kann ich auch wertschaetzen dahingehend, aber irgendwie will ich von dnb ( + darkjungle / breakcore, was ja lange meine heimat auch war) was anderes als das, was in dem bereich gerade geht. was aber vollkommen okay fuer mich ist.

          dubstep war ich eigentlich anfang 2007 schon wieder weitgehend raus und eigentlich fand ich oft die grime instrumentals oder dubstep mit grime mc’s zu der zeit schon fast spannender als das, was dann in der groesseren wahrnehmung dubstep wurde.

          aber das sind dann auch einfach subjektive vorlieben, ueber die sich dann auch lange diskutieren laesst, ohne dass es da konkrete ergebnisse gibt.

  8. Na gut, ich finde Techno, den normalen treibenden schon seit Jahren tot. Mag sein, dass es immer Micro-Entwicklungen gab. Neben Breaks, Industrial sind es bei mir eher Dub-Techno und Psy-Trance die meine Klangräume noch erweitern. Tatsächlich auch Ambient und Sounds alter Berliner Elektronik Schule. Da hat sich gerade auf Bandcamp eine frische Szene entwickelt die ich spannend finde. Und wenn ich lese dass 25% aller neuer Spotify Veröffentlichungen KI-Musik ist, dann wird dass bei Beatport und Co. nicht anders sein. Deswegen dieser extremen Einheitsbrei und immer dieselben Sounds. Ich höre hier gerade das Debut-Album von Scooter und dass ist mir tatsächlich lieber als jede Art von KI Musik. Und dass sage ich als alter Detroit und Chicago-Fan.

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