Vor ca. 2 Jahren war Ageism hier schonmal Thema der Woche und im Nachgang schien ich da einen Punkt erwischt zu haben, denn in Folge wurde das Thema in Magazinen wie Groove bis zu einem Podcast in Texas. Letztens wurde ich dann von Konrad Laub für ein Panel auf der Stadt Nach Acht Konferenz angefragt, dem ich gerne nachkam, umso mehr als ich erfuhr das auch Anja Schneider mit von der Partie ist, ebenso war das Robert Eysoldt, der mitmoderierte und mit Age Bombs ebenfalls mitten im Thema drin ist.
Meinen Standpunkt von damals musste ich aufgrund der Diskussionen in der ersten Welle des Themas etwas justieren, denn auffällig war, das Ageism ebenso andersrum funktioniert, wenn nämlich die Alten den jüngeren vorwerfen alles falsch zu machen, nichts kapiert zu haben oder sonstwie die ganze Generation eh nur Bockmist verzapft und das ist ja nun nicht nur im Clubkontext so zu beobachten. Umso erfreuter war ich das genau das auch gleich in dem Panel so zur Sprache kam. Ebenso ging es auch darum, das Gegebenheiten, wie Freiräume und finanzielle Spielräume heute eben auch ganz andere sind als wir sie damals hatten und von daher auch ganz andere Parameter hineinspielen und eben auch generationsspezifische Eigenheiten wie das eingesperrt sein während Corona reinspielen, das sich Clubbing und auch Techno ziemlich verändert haben. Von da aus ing es zu Überlegungen, wie man die Generationen (wieder) vereinen könnte oder zumindest ein gegenseitiges Verständnis aufbauen könnte, natürlich ohne das wir da jetzt die ultimative Formel gefunden hätten.
Wie subtil sich Ageism einschleicht machte dann ein Gast aus Hannover anschaulich, der ein Festival betreut, auf dem tatsächlich generationenübergreifend getanzt wird, im Aftermovie wären dann aber nur junge Leute zu sehen gewesen. Auch das von mir schon thematisierte „Wie lange willste das denn noch machen?“ wurde von Anja nochmal aufgegriffen, die das als Frau, noch mehr zu spüren bekommt, womit wir dann aber auch schon im übelsten Morast von Gendering meets Agesim drin wären.
Einig waren wir uns auch darin, das wir hier in Berlin eine besondere Situation haben, in der Alt mit Jung feiern eher eine von Anfang an gewachsene Normalität darstellt, die wir aber auch zunehmend schwinden sehen und sich der Realität annähert, wie wir sie in kleineren Städten und auf dem Land schon immer beobachten konnten. Das es auch anders geht, sieht man aber nach wie vor z.B. bei den Oldschool Parties oder bei Festivals, wobei man da eben auch ein anderes Setting vorfindet, ein Safe Space im geschlossenen Raum funktioniert psychologisch nunmal anders als im offenen Gelände.
Die anberaumten 90 Minuten waren schnell rum und beim Rausgehen fiel mir auf, das die Location thematisch auch sehr passend gewählt war, der Lokschuppen, der heute eher dafür steht was ich so gar nicht abkann, nämlich diese Art Techno, die alles von Trance bis Mainstream verwurstet, Hautsache es ballert eine Schranz- oder Hardtechno Kickdrum drüber und früher mal das Suicide war, wo ich über Jahrzehnte monatlich auflegte.
