11 Jahre Weisser Hase, mein Closing Set

Letzte Woche feierte der Weisse Hase von Dienstag bis Montag 11 Jahre Bestehen und ich hatte die Ehre am Montagmorgen meinen Teil beizusteuern, zwar erschöpft vom Abenteuer vom Freitag auf Samstag und Kindergeburtstag, aber als ich dort gegen 23:00 ankam, wusste ich mich nicht allein in dem Zustand, sondern die Folgen der Festivitäten waren den meisten verbliebenen anzumerken. Hatte ich mir schon gedacht und deshalb quasi ein Club The Rest 2026 Set abgeliefert, also so wie ich denke das die Sonntagsafterhour im Globus seinerzeit heute klingen würde.
Eigentlich war mein Set gar nicht als Closing gedacht, aber nach mir war Ende auf dem Floor und es ging vorne AnneBar noch weiter.
Gleichzeitig möchte ich damit darauf hinweisen, das nicht nur dem Weissen Hasen nach 11 Jahren das Aus droht, sondern dem gesamten rhizomischen Kulturstandort dort, weil Investor und BVV im Krieg sind und natürlich wieder die Kultur das erste Opfer darstellen muss, deswegen auch das „ICH BIN RAW“ im Cover Hier noch ein paasr Links zur Causa:
Über das langsame Verschwinden einer Stadt

What if… RAW? Wie wir planen, während die Welt an die Sterne baut

Räumungsbedrohtes RAW-GeländeInvestor kündigt Frieden auf

Es ist höchste Zeit zu handeln, wenn dieser Standort und vielleicht noch der Humboldhain demnächst wegfallen gibt es fast keine kleineren Clubs mehr innerhalb des Stadtrings und damit wäre Berlin kulturell um einiges ärmer, zugunsten der Investoren mit ihren leerstehenden Funktions- Hotel- und Bürobauten.
Jetzt aber viel Spaß mit dem Mix, Playlist ist auf Soundcloud

Tanith Tape Archiv #15: Tanithmix Vol.III #3 (10.02.1992)

Mal wieder ein Mix von 1992, also ziemlich genau die Zeit als ich „der härteste DJ der Welt“ oder „Herr der fiesen Töne“ genannt wurde, dem dieser Mix aber mal so gar nicht entspricht und auch dokumentiert, was für eine Spannbreite damals so möglich und nötig war, es passierte ja an allen Ecken was.
Die Playlist hab ich mal so gelassen, so war das halt mit Whitelabels, da stand sonst weiter nix drauf 😄

Neuer Mix: Krachgarten #24

Musste mal wieder sein, weil sich doch einiges angesammelt hat, eine D&B Edition again. Fängt aber fast technoid an, schraubt sich hoch und auch wieder runter. Anderthalb Stunden feinstes rinsing.
Playlist:
Alyness – Fragmented Reality
Mike Parker – Positronic Tentacles
Sully – The Still
Agro – Allow It
FX909 – Rollzilla
Amoss, Minor Forms – Slow Turbo
Tomoyoshi – That Side
Noctem – What You Sayin
Nichenka Zoryana – Kapitochka
Nichenka Zoryana – Skreper X
Doom Poets, Technical Itch – Menecer
HLZ – All My Life
Drum Cypha – Blindfold
Technical Itch & Voyage & Brakken – Bad Like Fire VIP
HLZ – Roadblock
HLZ – Detroiting
Drumskull – Emergence
HLZ – Control
FX909 – Whatever
Bojcot, Mc Multiplex – Ruff Ting
Intergalactic Alliance Of The Blessed – Take it Off
HLZ – Matter Of Time
Intergalactic Alliance Of The Blessed – Sorry
Conrad Subs – Abstrakt Souls
Subtle Element – Medelin
Ruhige Cru – Virgil (Seba & Paradox Remix)
Quells – Claster

T35: Mein Closing Set zum 35 Jahre Tresor Weekender

35 Jahre schon, puh! und ich erinnere mich noch gut an die Anfangstage. Hier ein Exzerpt aus dem damaligen Thema der Woche im hiesigen Blog dazu:
Anfang 1991 befanden wir uns in Berlin in einer schwierigen Situation, 1988 hatten wir das UFO in der Köpenicker Straße, 89-90 gab es das zweite UFO am Kleistpark in Schöneberg, das aber von Anfang an Probleme bereitete, was bei einem ehemaligen Pennymarkt in einem Hochaus nicht weiter verwundern sollte . Richtig laut und bassig durfte es dort nie werden, das gab sofort Beschwerden von den Bewohnern, denen das Geboller durch die Lüftungsrohre direkt in die Wohnung geliefert wurde. Zudem hatte sich der anfängliche Charm der Location ziemlich schnell verflüchtigt und die neue Situation nach dem Mauerfall tat ihr übriges um den Laden zunehmend unpassend zu empfinden. Die Maueröffnung hatte alles verändert und schon bald gab es die ersten illegalen Parties im Osten. 1990 war das Jahr in dem man sich im Osten umschaute und 1991 explodierte dann alles, der Tresor war praktisch zwangsläufig, nur wußte eben noch keiner das er passieren würde. Möglich wurde das durch Johnny, der ursprünglich mit Wolle Tekknozid veranstaltete, sich aber bald mit Achim und Dimitri vom Fischlabor befreundete. Zu der Zeit war es für Westler nicht so ohne weiteres möglich an Immobilien, auch mietweise, im Osten ranzukommen, man brauchte quasi einen Strohmann: here comes Johnny! Von der Locationsuche hatte ich nicht viel mitbekommen, irgendwann hieß es einfach”komm mal mit, wir müssen dir was zeigen”.
Mein erster Eindruck war nicht spektakulär, eine geschlossene Fensterfront eines ehemaligen Ladens in einem Gebäude, das seinem Provisorium nach typisch Osten aussah, aber was dann folgen sollte ließ die Vorfreude schon bald hochköcheln. Zuerst zeigten mir Dimitri und Johnny den ehemaligen Laden, das sollte in der Tradition des Fischlabors ein Cafe werden. Aha dachte ich mir, während ich die dort rumliegenden Reiseposter mit kyrillischer Schrift inspizierte, dann ging es weiter in das, was später der Globus wurde, das sah schon eher nach Technoladen aus. Dann führten die beiden mich über abenteuerliche Treppen und Leitern auf’s Dach und allein die Möglichkeiten die sich bis dahin aufgetan hatten, liessen das UFO wie ein Überbleibsel aus grauer, langweiliger Vorzeit erscheinen, das hier war ein Abenteuerspielplatz bester Güte und vom Dach sah man auch noch auf den verwilderten Garten. Erst dann bekam ich in einer Manier, die Steve Jobs mit “oh, just one more thing” erst Jahre später kultivieren sollte, den eigentlichen, damals noch namenlosen, Tresor zu sehen. Obwohl, sehen ist eigentlich zuviel gesagt, bestückt mit einer Funzel ging es hinab in den Keller und was sich auftat war ein Raum im Raum mit abenteuerlichem Rundumgang, man mußte mir erstmal zeigen, was der eigentliche Raum war, ich ertastete und erahnte nur was da für ein Schatz verborgen lag und ab da war’s eigentlich nur noch ein Warten, das der Laden endlich aufmachen würde, was allerdings noch ein Weilchen dauerte. Ich riss weiter wöchentlich mittwochs meinen Cyberspace im UFO ab, dann gab es eine kurze Pause als das UFO schloss, aber der Tresor noch nicht fertig war und endlich im März 1991 war es dann soweit und der Tresor öffnete seine Pforten. Natürlich durfte das nicht offensiv beworben werden, das Ding war ja illegal, trotzdem strömten die Massen schon bald nach Beginn, einfach durch Mundpropaganda, wie es seit dem ersten UFO eigentlich Brauch war. Von Woche zu Woche sprach es sich mehr rum und alsbald hatte man eine lustige Mischung von Völkchen beisammen. Neben der Ursuppe von Berlin Techno traf man hier auf Raver aus Ost und West, zunehmend auch englische Soldaten, die heilfroh waren auf ihr Raven aus England hier nicht verzichten zu müssen und bald mußte jeder mit Rang und Namen aus Berlin, der was auf sich hielt, mal im Tresor gewesen sein, zumindest um ihn mal gesehen zu haben, denn alles und jeder sprach ja darüber. Immer wieder kam es zu amüsanten Szenen, wenn Leute meinten den tollen Tresor entdeckt zu haben und man sie dann erstmal durch die Stahltür in den Keller leitete, damit sie das eigentliche Prachtstück sahen und erfahren konnten. Was da unten im Keller abging war natürlich nochmal zwei Schippen doller als das doch eher zahme und normale Gewese im Globus. Ich glaube es gibt kaum jemanden, der aus dem Keller nicht irgendwie verändert rauskam. Und ich kenne Leute, die erst nach Wochen entdeckt hatten was ihnen zuvor entgangen war.

Das ist jetzt also schon 35 Jahre her und ich hätte nie gedacht, das nach der Schliessung ein weiterer Tresor existieren würde, allein die Einzigartigkeit der Räumlichkeit ließ das für mich unmöglich erscheinen, but here we are, es sollte anders kommen und ich bin heilfroh darüber! Nirgendwo anders kann ich so frei im Set sein wie da, siehe auch dieses Set, das mit 170 BpM startet und nach fast 5 Stunden bei 135 Bpm endet, mit immer mal wieder eingesprenkelten Tresorklassikern darin. Es war das Abschlußset der 35 Jahre Festivitäten und ich bedanke mich, als letzter verbliebener DJ aus der ersten Riege, das mir diese Ehre zuteil und das Vertrauen in all den Jahren entgegengebracht wurde.
Auf die nächsten 35 Jahre Tresor!

Tanith Tape Archiv 12: Radiosendung Kiss99 mit Ellen Allien und DJ Tanith 9.11.1995

Es gibt nicht nur Mixe in meinem Tapearchiv, sondern auch mitgeschnittene Radiosendungen, so wie diese hier. Mit Ellen machte ich zu der Zeit den sonntäglichen „Club The Rest“ im Tresor, bzw. Globus und so lud sie mich auch mal zu ihrer Radiosendung auf Kiss99 ein. Neben Musik die ich sonst eher nicht im Club spielte gibt’s auch ein Interview mit mir, wo ich z.B. erkläre, warum ich mit der Mayday in diesem Jahr gebrochen hatte. Auch für mich ganz amüsant das nach all den Jahren wiederzuhören.

Tanith Tape Archiv 11: DJ TANITH MIX XXXIII (1989/1990)

Diesmal so gut wie ungemixt, es handelt sich dabei um ein Tape wie ich sie fast wöchentlich machte um Tracks auf dem Walkman zu hören. Soll aber in diesem Fall nicht hinten runterfallen, weil voll mit Klassikern!
Beide Seiten tragen unterschiedliche Erstellungsdaten, Seite A ist am 29.12.1989 passiert, Seite B am 18.01.1990 und sind auch stilistisch völlig unterschiedlich

Playlist:
Side A:
Funtopia – Beautiful People
Armando – World Unknown
Armando – 151
Smokin Gang – Latin House
Armando – 100% Dissin You
Nexus 1 – Yo Body
Tyree – I Am
M.D.3 – Personal Problems
M.D.3 – Face The Nation
Steve Poindexter Born To Freak

Side B:
Silver Bullet – 20 Seconds To Comply
Twin Hype – For Those Who Like To Groove
Zaza Laboum – Tu Veux Ou Tu Veux Pas
Edwards & Armani – Acid Drill
Lil Louis – Blackout
Static – Enter (Deep Shock)
Static – Iron Orbit
Fingers Inc – Distant Planet
Housebusters – Planet Rock 90
Housesyndicate – 10:40
Steve Poindexter: Computermadness

Tanith Tape Archiv 10: DJ TANITH MIX Vol.III#5 Synthetic Dreams Mix (17.02.1992)

Nachderm es letzte Woche 1992 gegabbert hat, hier mal ein schönes Beispiel wie breit gefächert und unausformuliert Techno damals noch war. Techno war noch nicht wirklich ein geschlossenes 4 to the Floor Feld, sondern hatte durchaus Breakbeat Einflüsse aus UK, Trance kündigte sich schon an und so wie auf diesem Tape hätte es auch durchaus auch im Walfisch laufen können.

Playlist:

Side A
Exposure – Peak Experience
Rhythmatic – Make Some Noise
LFO – Syndrome
Tribal Ghost – Malaria
LFO – What Is House
Autonation – Cyborg Society
Ubik – Ram Raid
Orbital – Speed Freak
Shut Up And Dance – Green Man
Automation – Feathers
Astrospyder – Synthetic Happy
Altern 8 – Re-Indulge

Side B
A-Dam – Tribal Warfare
Outlander – Discotech (Radikal Mix)
E-Type – M25
Hackney Hardcore – Dangerous
Bass Construction – Make Me Feel
Candese – Took My Love
Major Malfunction – Magnetism
Major Malfunction – Mushroom Man
Moby – Mobility (Aqua)
Fortune & Fame – From Within
Orbital – Belfast

Tanith Tape Archiv 09: DJ TANITH MIX Vol. III#16 Gabber Mix (12.08.1992)

1992 war auch das Jahr in dem Gabber massiv sein Haupt erhob. Dabei war das anfangs noch gar nicht so standardisiert, wie man hören kann und heute fast harmlos klingt. In Folge wurde es dann natürlich schneller und härter, aber da war ich dann auch schon wieder raus.

Playlist:
SIDE A
80 Aum – Stronger Than Sterl
Quartex – Mental Hangover
Overmind – Everybody Let‘s Fuck
Turbulence – Whurlwind
Rotterdam Termination Source – Poing
Rotterdam Termination Source – Poing Remix
Boing – Boing
Sperminator – Uptempo
Pelgrim – Amen
Sperminator– No Women Allowed
Pelgrim – Get Bouncy
Rotterdam Termination Source – Freyenord

SIDE B
Tellurian – Navigator RMX
Lory D– Coldbringer
Cyborg – Ferry
Sector Nord – Techsociety
Maximum Peak – Slammin
Tomdroid – Adrenalin Chords
Deutschlands härteste Oma – Deutschlands härteste Oma
Fred – B2
Mutant Nation – Aural Sequence
Private Production – Looped
Ace The Space– 9 Is A Classic
Moka – Poison Blood
I.S.Q. – Trash Metal Puke